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Eine filigrane Baumart
im Mittelpunkt:
Ursprünglich stammt die europäische Lärche aus den Alpen und Karpaten. In
Deutschland ist diese schöne Nadelholzart inzwischen bis in die Ebene
verbreitet, nimmt aber nur etwa ein Prozent der Waldfläche ein. Besonders in
Buchenwäldern trägt sie zur Arten- und Strukturvielfalt bei und liefert eines
der wertvollsten und härtesten heimischen Nadelhölzer. Dr. Silvius Wodarz,
Präsident der Stiftung "Baum des Jahres", hat die vom Kuratorium
"Baum des Jahres" gewählte Europäische Lärche aktuell zum Baum des Jahres 2012
ausgerufen. Die Schirmherrschaft hat Frau Ilse Aigner, Bundesministerin für
Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz übernommen.
Das Holz der Lärche ist
beliebt: Die "Larix
decidua" zählt zu den harten und schweren Nadelhölzern. Weil es relativ viel
Harz enthält, ist es zudem außergewöhnlich wetterfest. Die äußerste Schicht
verwittert schnell und schützt dann quasi das darunter liegende Holz. Ein
Anstrich ist deshalb nur bei tragender Verwendung nötig. So prägt das
silbrig-grau verwitternde Holz manche Landstriche: viele Holzhäuser zum Beispiel in den
Alpen werden mit Lärchenholz verkleidet! Aber nicht nur dort findet das Holz
mit der rötlichen Eigenfärbung seine Bestimmung. Es ist das beste Holz für
Kübel und Bottiche, sagen die Böttcher. Heute wird es häufig im Außeneinsatz zum Beispiel für Brücken und Boote und in der ökologisch inspirierten Gartengestaltung
gewählt. Das Holz kann noch mehr: Im Inneneinsatz entstehen damit Möbel. Oder
aus dem Harz der Lärche wird Terpentin gewonnen, daraus dann ein wertvolles
Terpentinöl, ein wirksames Heilmittel und die Grundlage für Heilsalben. Rezepte
wurden schon bei den Römern beschrieben. Grüne Lärchennadeln als Badezusatz
sollen Wunder bewirken und Inhaltsstoffe von Holz und Nadeln werden heute in
der Kosmetikindustrie verwendet. Beispiele, was Joda® aus diesem Holz anbietet,
finden Sie links abgebildet.
Als einzige heimische
Nadelbaumart wirft sie ihre Nadeln im Herbst ab und zeigt vorher eine fulminante,
goldgelbe Färbung. So kommt sie als Weihnachtsbaum nie in Frage und erfreut uns
mit dekorativ-zarthellem Grün im zeitigen Frühjahr. Warum die Europäische Lärche
ihre Nadeln abwirft, ist bisher nicht genau ergründet. Wahrscheinlich, weil sie
ohne Nadeln den Temperaturextremen des Hochgebirges besser widerstehen kann. Kaum
eine andere heimische Baumart ist so frosthart – bis zu minus 40 Grad Celsius
hält sie aus. Im Hochgebirge findet man heute noch beeindruckende Lärchen –
einzeln stehende alte Baumgestalten, die allen Wetterunbilden widerstanden
haben. Beeindruckend: Sie sind teilweise über 1.000 Jahre alt, haben also schon
Kaiser Karl den Großen bei seiner Alpenüberquerung erlebt.
Der Baum des Jahres wird schon seit 22 Jahren gekürt.
Stiftung und ein Kuratorium aus Fachleuten treffen die Auswahl. Dabei geht es
mal um bedrohte, seltene oder ökologisch wertvolle Arten. Ziel ist jeweils, die Menschen über die Besonderheiten
der Bäume zu informieren. In der Regel wird die in dem betreffenden Jahr gekürte Baumart häufiger angepflanzt. Das hatte den gefährdeten Speierling
beispielsweise vor dem Aussterben bewahrt! Kein Schicksal für die Europäische
Lärche. Nach neuesten Untersuchungen ist sie diejenige Baumart, mit der sich am
besten die Luftqualität in Städten verbessern lässt!, wie die "Baum des Jahres"-Stiftung mitteilt.
Mehr
Informationen finden Sie hier: www.baum-des-jahres.de. |